Hotmelt PSA

Hotmelt PSA

Veredelungs- und Converting-Lösungen mit UV für höchste Präzision und Effizienz

Die Converting- und Beschichtungsindustrie befindet sich im Wandel: Strengere Nachhaltigkeitsvorgaben, gestiegene Energiekosten und der Wunsch nach stabilen, reproduzierbaren Prozessen beschleunigen den Abschied von lösemittelhaltigen Systemen. Klassische Hotmelt-PSA haben diesen Wandel maßgeblich vorangetrieben: sie kommen ohne Lösemittel aus, benötigen keine Trocknungsstrecken und ermöglichen deutlich kompaktere Anlagenkonzepte. Doch bei steigenden Leistungsanforderungen stoßen kautschukbasierte Systeme an systembedingte Grenzen.

UV-härtende Hotmelt-PSA auf Acrylatbasis eröffnen hier neue Spielräume: UV-Licht löst eine gezielte Vernetzungsreaktion aus und schafft ein dreidimensionales Polymernetzwerk, das die mechanischen Eigenschaften des Klebstoffs präzise steuerbar macht. Durch die Anpassung der UV-Dosis lassen sich Haftung (Tack) und Kohäsion (innere Festigkeit) des PSA-Films reproduzierbar einstellen. Aus einer einzigen Basisformulierung entsteht so ein breites Eigenschaftsspektrum.

Gegenüber SIS-Hotmelt-Alternativen zeichnen sich UV-Acrylat-PSAs durch überlegene Beständigkeit aus: hohe Wärmefestigkeit, UV- und Sauerstoffresistenz ohne Versprödung oder Vergilbung sowie Feuchtigkeitsstabilität. Niedrige Verarbeitungstemperaturen und der vollständige Verzicht auf Lösemittel machen den Prozess zudem sicherer und nachhaltiger.

Warum UV-härtende Hotmelts?

Der entscheidende Vorteil liegt in der präzisen Prozesssteuerung. Die erzielte UV-Dosis ergibt sich aus Strahlungsintensität und Verweilzeit, und die Verweilzeit hängt direkt von der Maschinengeschwindigkeit ab. Moderne Hoenle-UV-Systeme passen die Leistung automatisch an die Bahngeschwindigkeit an und gewährleisten so konstante Aushärtebedingungen über den gesamten Prozess hinweg.

Ein weiterer Schlüsselfaktor ist die Homogenität der Bestrahlung: Über die gesamte Substratbreite muss eine gleichmäßige Intensität erreicht werden, um konsistente Produkteigenschaften sicherzustellen. Integrierte Inline-Messsysteme erkennen Veränderungen wie Lampenalterung oder Verschmutzung frühzeitig und ermöglichen eine kontinuierliche Nachregelung. Parameter lassen sich nicht nur exakt einstellen, sondern auch permanent überwachen.

In diesem Fachartikel erfahren Sie mehr über UV-härtende Systeme in Hotmelt-PSA Anwendungen.

ANWENDUNGEN

Die Eigenschaften von UV-Acrylat-Hotmelt-PSAs sind ideal für Anwendungen, bei denen eine feine Abstimmung zwischen Haftung und innerer Festigkeit gefordert ist. Je nach Einsatzfall stehen dabei unterschiedliche Anforderungen im Vordergrund:

Etiketten: Zuverlässige Haftung auch auf niederenergetischen Kunststoffoberflächen (PE, PP) sowie auf Glas und PET; Funktionsfähigkeit bei niedrigen Temperaturen oder unter Feuchtigkeitseinfluss; Konformität mit regulatorischen Anforderungen, z. B. im Lebensmittelbereich.

Klebebänder: Hohe Kohäsion, ausgeprägte Temperaturbeständigkeit (auch deutlich über 80 °C) und Widerstandsfähigkeit gegenüber mechanischen und Umweltbelastungen über lange Zeiträume.

Medizinische Anwendungen: Kombination aus sicherer Haftung, Hautverträglichkeit und Atmungsaktivität; rückstandsfreies Ablösen; Einhaltung medizintechnischer Anforderungen.

Poröse Substrate: Bei Textilien oder Schäumen verbleibt der Hotmelt-PSA kontrolliert an der Oberfläche und dringt nicht unkontrolliert ein, was Materialkombinationen ermöglicht, die mit flüssigen Systemen kaum umsetzbar sind.

Vorteile im Überblick

  • Gezielt einstellbare Klebeeigenschaften: Verhältnis von Tack und Kohäsion über die UV-Dosis stufenlos regulierbar; reproduzierbar und anwendungsspezifisch.
  • Überlegene Beständigkeit: Hohe Wärme-, UV- und Feuchtigkeitsstabilität; keine Versprödung oder Vergilbung.
  • Nachhaltige Prozessführung: Keine Lösemittel, keine Trocknungsstrecken; reduzierter Energiebedarf, geringere Emissionen, vereinfachter Explosionsschutz.
  • Kompakte Anlagentechnik: Hotmelt-Beschichtungsanlagen sind deutlich kürzer als lösemittelbasierte Systeme mit Trocknungsöfen; geringerer Platzbedarf und reduzierte Investitions- und Betriebskosten.
  • Stabile, überwachte Prozesse: Automatische Leistungsanpassung an die Bahngeschwindigkeit; Inline-Monitoring für konstante Aushärtequalität.
  • Flexibel erweitertes Eigenschaftsfenster: UV-Vernetzung ermöglicht stabile Prozesse auch bei höheren Schichtdicken und anspruchsvolleren Anwendungen, die klassische Hotmelt-Systeme an ihre Grenzen bringen.

Kontakt und Support

Haben Sie Fragen oder benötigen Sie Unterstützung zu unseren Curing Lösungen? Wir helfen Ihnen gerne weiter.

Nach oben scrollen