Case Study Die UV-C-Technologie gewährleistet eine zuverlässige Desinfektion der Deckel in Verpackungsanlagen für Milchprodukte
Jeder Becher oder jede Flasche Joghurt, Milch oder Sahne ist nur so hygienisch wie der Deckel oder die Folie, mit der sie verschlossen ist. Da Milchprodukte ein ideales Umfeld für das Wachstum von Mikroorganismen bieten, kann bereits eine geringe Verunreinigung an der Verschlussfläche eine gesamte Charge gefährden. Dies macht die Desinfektion von Deckeln und Folien zu einem der sicherheitskritischsten Schritte in modernen Abfüllanlagen für Milchprodukte – und genau diese Herausforderung wollte ein etablierter chinesischer Hersteller von aseptischen und Form-Fill-Seal-Abfüllmaschinen (FFS) für die Milchindustrie für seine eigenen Kunden lösen.
Bekämpfung eines häufigen Kontaminanten in der Milchwirtschaft – Charge für Charge
Im Mittelpunkt der Herausforderung stand Bacillus atrophaeus (ATCC 9372, früher auch als Bacillus subtilis var. niger bezeichnet) – ein sporenbildendes Bakterium, das in Produktionsumgebungen der Milchwirtschaft häufig vorkommt und bekanntermaßen schwer zu inaktivieren ist. Für die Endkunden des Maschinenherstellers, die strenge Qualitäts- und Sicherheitsanforderungen an ihre fertigen Milchprodukte stellen, war die zuverlässige Bekämpfung dieses Organismus auf jedem Deckel unverzichtbar. Bleibt dieses Problem ungelöst, birgt eine unvollständige Desinfektion der Deckel ein sehr konkretes Risiko: Ganze Produktchargen können als fehlerhaft aussortiert werden, bevor sie überhaupt in die Regale gelangen.
Chemiefreie Desinfektion mit hohem Durchsatz, entwickelt für eine kompakte Maschine
Die vom Hersteller für den Desinfektionsschritt gestellte Anforderung war klar und messbar: eine Abtötungsrate von 99,9 % gegenüber Bacillus atrophaeus (ATCC 9372), die ohne Chemikalien erreicht werden sollte, da so nahe an einer Lebensmittelkontaktfläche keine Reinigungsmittel eingesetzt werden dürfen. Da das Modul zudem bei hoher Liniengeschwindigkeit innerhalb einer kompakten Maschinenbaugröße betrieben werden musste, wurden neben dem Mitteldruck-UV-C-Verfahren zwei alternative Ansätze abgewogen. Gepulstes Licht liefert hohe Dosen in kurzen Impulsen, doch seine hellen Blitze und Geräusche stellen eine echte Herausforderung für Anlagen dar, die in einer Produktionshalle mit Personal in der Nähe betrieben werden. Herkömmliches Niederdruck-UV-C – eine Technologie, die dem Hersteller bereits aus früheren Lampenanordnungen mit bis zu zwölf Lampen bekannt war – erzeugt seine Dosis allmählicher und benötigt mehr Lampen – und damit mehr Einbauraum und ein besseres Wärmemanagement –, um die gleiche Leistung zu erreichen. Keine der beiden Lösungen entsprach der Kombination aus Dosis, Geschwindigkeit und Kompaktheit, die die neue Maschinengeneration erforderte.
Ein weltweit anerkannter Maßstab für die Desinfektionsleistung
Bacillus atrophaeus ATCC 9372 ist kein beliebiger Testorganismus: Da seine Sporen ungewöhnlich widerstandsfähig sind, gehört er zu den international etablierten biologischen Indikatorstämmen, die zur Validierung nicht-thermischer Sterilisations- und Desinfektionsverfahren verwendet werden und in Normen wie der ISO 11138 für biologische Indikatoren als Referenz genannt werden. In China unterliegen Molkereien und ihre Ausrüstungslieferanten zusätzlich der nationalen Lebensmittelsicherheitsnorm GB 12693 (Gute Herstellungspraxis für Milchprodukte), die strenge Hygieneanforderungen an Anlagen und alle Materialien stellt, die mit dem Produkt in Kontakt kommen. Die Wahl einer Desinfektionstechnologie, die anhand von ATCC 9372 validiert wurde, bietet den Kunden des Maschinenherstellers einen Maßstab, der weit über einen einzelnen Produktionsstandort hinaus anerkannt ist.
Hohe Dosis, geringer Platzbedarf: Warum die Wahl auf UVATEC fiel
„Erfüllt die neuen Anforderungen.“ – der Maschinenhersteller
Der Hersteller entschied sich für das UVATEC-Mitteldruck-UV-C-Modul von Hoenle, da es eine hohe Dosis mit einer kompakten Bauweise verbindet – genau die Kombination, die die Anwendung erforderte. Im Betrieb ermöglicht das Modul hohe Laufgeschwindigkeiten und benötigt dabei nur wenig Platz an der Maschine, sodass es sich problemlos in neue und bestehende Abfüllanlagen integrieren lässt.
Empfehlenswert – enge technische Zusammenarbeit als entscheidender Faktor
Auf die Frage, ob sie das System weiterempfehlen würden, lautete die Antwort des Herstellers ein klares „Ja“. Im Rückblick auf das Projekt kristallisierten sich drei Punkte als wichtigste Erkenntnisse heraus:
- Die Mitteldruck-UV-Lampentechnologie bietet gegenüber herkömmlichen Niederdruck-Anordnungen einen echten Vorteil in Bezug auf Energieeffizienz und Leistung.
- Das kompakte Design von UVATEC eignet sich perfekt für den Einbau in schnelle Abfüllmaschinen mit begrenztem Platzangebot.
- Eine enge und intensive Kommunikation mit dem Kunden ist unerlässlich, um die richtige, fachmännisch ausgearbeitete Lösung zu finden.
Ausblick: Über Milchdeckel hinaus
Der Hersteller sieht bereits weiteres Potenzial für dieselbe UV-C-Technologie bei Folien, die für andere Milchprodukte verwendet werden, und will damit den Desinfektionsumfang auf einen größeren Teil seines Verpackungsportfolios ausweiten. Allgemeiner betrachtet steht jeder Produktionsprozess, der auf die zuverlässige Beseitigung resistenter, sporenbildender Organismen von Oberflächen mit Lebensmittelkontakt angewiesen ist, vor einer ähnlichen Herausforderung – weshalb vergleichbare UV-C-Desinfektionslösungen sowohl in der Lebensmittel- und Getränkeindustrie als auch in der pharmazeutischen Produktion gleichermaßen relevant sind.
Für Hoenle unterstreicht das Projekt, was die UV-C-Desinfektion in anspruchsvollen OEM-Anlagen so erfolgreich macht: nicht nur eine Lampe, die eine bestimmte Abtötungsrate erreicht, sondern ein kompaktes, hochdosiertes System, das gemeinsam mit dem Maschinenbauer speziell für die realen Bedingungen einer laufenden Produktionslinie entwickelt wurde. Für den Hersteller bedeutet dies ein Desinfektionsmodul, auf das sich seine eigenen Kunden verlassen können, dass es strenge Hygieneanforderungen in der Milchwirtschaft erfüllt – Charge für Charge.
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