Case Study
Holz oder nicht Holz?
In der Innenraumgestaltung kommen häufig Bodenpaneele zum Einsatz, die in Optik und Haptik Holz nachempfunden sind. Ihr Herstellungsprozess umfasst zahlreiche Schritte, bei denen größtenteils eine UV-Härtung zum Einsatz kommt. Der UV-Spezialist Hoenle bietet maßgeschneiderte Härtungssysteme für alle Fertigungsphasen an – für eine effiziente Produktion und ein perfektes Endprodukt.
Sind Sie schon einmal barfuß über einen künstlichen Holzfußboden gelaufen? Sie wissen es nicht? Kein Wunder, denn moderne Kunststoffbodenplatten in Holzoptik lassen sich kaum vom Original unterscheiden, nicht optisch und auch nicht haptisch. Um diesen Effekt zu erreichen ist ein komplexer Prozess notwendig, bei dem in zahlreichen Einzelschritten Schicht für Schicht die perfekte Illusion einer Holzplatte entsteht – fürs Auge und fürs Gefühl.
Üblicherweise werden Kunststoffplatten per Extruder produziert und danach ins gewünscht Format gebracht. Auf Förderbändern durchlaufen die Rohlinge dann die einzelnen Druck- und Beschichtungsstationen. Die Anzahl dieser Stationen variiert je nach Anspruch an das Endprodukt und eingesetztem Verfahren.
Die eigentliche Optik, also Grundierung, Farbe und Maserung der Platten, entsteht in Einzelschritten. Dabei ist es wichtig, die eingesetzte UV-Technologie genau auf die jeweiligen Druckfarben und Lacke abzustimmen. So lassen sich ein sekundenschnelles Angelieren oder vollständiges Aushärten und damit ein effizienter Fertigungsprozess sicherstellen.
Um haptische Effekte zu erreichen, gibt es unterschiedliche Wege. Beispielsweise kommen strukturgebende Prägefolien zum Einsatz. Hier werden, je nach gewünschter Strukturtiefe, mehrere Lackschichten nacheinander aufgebracht, aber nicht vollständig ausgehärtet. Für dieses sogenannte Pinning ist es üblich, LED-UV-Module einzusetzen. Deren Wellenlänge lässt sich optimal auf die Anforderungen dieses Prozessschrittes anpassen und sie arbeiten äußerst energieeffizient. Auf die angehärteten Lackschichten wird dann die Prägefolie appliziert und in einem weiteren Schritt wieder abgezogen. So entsteht die holztypische Haptik. Abschließend wird ein Decklack aufgebracht und mittels UV-Strahlung gehärtet.


Ein andere Möglichkeit, die Optik, insbesondere aber die Haptik von Holz nahezu perfekt nachzubilden, ist das DLEplus-Verfahren, das vom Maschinen- und Anlagenbauer Hymmen entwickelt wurde, einem Spezialisten für die Produktionstechnologie für die Großserienproduktion von plattenförmigen Materialien. Auch hier erfolgt der Auftrag von Primer und Grundierung sowie der Farbauftrag für die optische Darstellung im Digitaldruckverfahren mit anschließender UV-Härtung. Danach folgt der patentierte und mehrfach prämierte Prozess der Digitalen Lackprägung (Digital Laquer Embossing): Je nach gewünschter Maserungstiefe wird in mehreren Schichten Lack aufgetragen und mittels LED-UV-Technologie gepinnt. Danach erfolgt ein partieller Lackauftrag per Inkjetdruck, UV-Aushärtung und einer Nachbearbeitung. So entsteht eine einzigartige dreidimensionale Oberflächenstruktur, die sich von Echtholz haptisch nicht mehr unterscheiden lässt. Dieser Effekt wird optisch durch eine Beschichtung mit einem Lackfinish unterstützt, das je nach angestrebter optischer Wirkung unterschiedliche Glanzgrade hat. Decklack und passende UV-Härtung sorgen schließlich für eine belastbare, kratzfeste Oberfläche – UV-Echtheit garantiert.
UV-Aushärtesysteme, teils LEDs teils konventionelle Gasentladungslampen, finden sich in den meisten der vielen Bereiche einer Fertigungslinie für Holzfußböden wieder. Die in der Regel luft- oder luft/wassergekühlten Aushärtegeräte sind fest in die einzelnen Stationen der Anlage integriert, Energieversorgung und Ansteuerung erfolgen extern.
Bei der Entwicklung des optimalen Fertigungsprozesses ist die enge Zusammenarbeit von Maschinenhersteller, Chemielieferanten und Aushärtungsexperten notwendig – bei jedem einzelnen Prozessschritt. So ist es unbedingt notwendig, Farbe bzw. Lack und UV-Aushärtungssystem genau aufeinander abzustimmen. Der UV-Experte Hönle bietet dazu Vorabtests im eigenen Anwendungslabor an. Denn nur wenn alle Parameter zusammenspielen, entsteht das perfekte Endprodukt und ein effizienter Herstellungsprozess. UV-Technologie spielt dabei eine entscheidende Rolle.
Sollten Sie also wieder einmal über einen Holzboden laufen, der noch nach Jahren perfekt aussieht: höchstwahrscheinlich handelt es sich nicht um Echtholz. Das gilt übrigens auch für Küchenschränke, Tischplatten und vieles mehr.


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